geschichtezwei


Anata wa watashi no tatta hitori no enjeru desu.
Isshou anata wo hanashi masen!
 
Die Reise geht weiter...
 
 
 
 
Wir verließen also den Park, es war schon heller Tag und früh am Morgen. auf dem Weg nach Hause scherzten und lachten wir wie zwei junge Teenager, und irgendwie kam Venias freche Art zum Vorschein. Sie rannte zu einem Kind, redete und gestikulierte und sah immer wieder zu mir... und irgendwie kam es, das ich sie die Straße entlang jagte und endlich am Ufer des Flußes stellen konnte. Wir landeten im weichen Gras, und ich wußte, was Venia dem Kind abgeluchst hatte... eine Wasserbombe, deren Opfer sie nun selbst geworden war. wir alberten noch einwenig herum, sahen uns aber auch schon tief in die Augen, und da dachte ich das erstemal so richtig bewußt, Junge, du hast dich schwer verliebt, sehr schwer...
 
    
 
So gingen wir nach Hause und ich brachte Venia ins Gästehaus. Ich blieb noch lange vor ihrer Tür und ging ganz langsam zu meinem Elternhaus... Und es war anders, ganz anders als sonst. Ich war verliebt bis in mein Herz, meine Seele...
Am Nachmittag holte ich Venia zu einer japanischen Teezeremonie ab. Wir schritten lamgsam durch den Garten des Anwesens meiner Eltern, ich erklärte Venia die Bedeutung des Weges zum Teehaus, welchen man in Japan Roji nennt - die erste Stufe zur Erleuchtung. Direkt hinter der Brücke begann der Bereich des Chanoyu, des Weges des Tees. Das Teehaus, oder besser Chashitzu lag in einem großen Zen-Garten mit einem See und stammte noch aus der Sengoku-Periode, wo der erste Tokusawa als Samurai urkundlich erwähnt wurde. Und wieder schlug mein Herz lauter als die Trommeln im Park und brannte heller als tausend Sterne, als ich Arm in Arm mit Venia durch den Garten ging...
 
    
 
 
Wir begannen die Teezeremonie getreu der Traditionen im Machiai, einem kleinen Warteraum, hier im Garten meiner Eltern, ein kleines Haus in Art eines Pavillions. Dort reichte ich Venia leichten Tee und wie sprachen viel miteinander. Nach der rituellen Waschung, der Reinigung des Geistes, gingen wir hinüber zum eigentlichen Teehaus, und ich fühlte mich Venia so nahe wie nie zuvor...
Wir betraten das Teehaus durch die Nijiriguchi, die einzige Tür zum Teehaus. Während ich alle benötigten Gegenstände für die Zeremonie bereitstellte, konnte sich Venia schon am Kaseki, dem rituellen Essen für eine Teezeremonie, bestehend aus frischen Zutaten der jeweiligen Jahreszeit, versuchen. Ich bereitete Venia schließlich Usucha, eine eher dünnen und leichten Tee zu. Es war mir eine besondere Ehre, dieser außergewöhnlichen Frau diesen Dienst zu erweisen. Sie war nicht nur Gast im Chashitzu meiner Familie, sie war längst Gast in meinem Herzen und meiner Seele...
 
    
 
Nach der eigentlichen Zeremonie sprachen wir noch lange und ausgelassen bis in die späten Abendstunden. Ich erzählte ihr die Legende von Shen Nung, dem Kaiser von China 2737v. Chr., der einst in seinem Garten wandelte und eine Trinkschale mit heißem Wasser in den Händen hielt. Ein Windhauch soll ihm drei Blätter eines wild gewachsenen Teestrauches hineingeweht haben. Vom angenehmen Duft erfreut, kostete er davon. Der Ausspruch des Kaisers, "Tee weckt den guten Geist und weise Gedanken. Er erfrischt das Gemüt. Und bist du niedergeschlagen, so wird dich Tee ermuntern." gilt seitdem für die Erkenntniss dessen, was Tee für die Seele und den Körper bedeutet.
Nach einem Bad im See verbrachten Venia und ich auch die Nacht im Teehaus... jeder für sich. Mein Herz schlug mir bis zum Hals, nur wissend, Sie in meiner Nähe zu haben. Wir verbrachten weitere zwei Tage am Teehaus, und mir war es nicht entgangen, das Venia dem Zauber dieses Ortes, erlegen war. Es schien, als haben das Teehaus und Sie schon immer zusammengehört... diese Tage waren vollkommen...
 
    
 
Die Zeit verging wie im Fluge, und ich spürte, auch bei Venia hatte sich einiges verändert. Die Momente, in denen wir uns tief und verträumt ansahen, uns sanft berührten, wurden immer mehr und schöner, und tief in meinem Herzen wuchs die Hoffnung Venia könnte ebenso Liebe für mich empfinden, wie ich für Sie...
Am vorletzten Abend unserer Reise entführte Venia mich mit einem Shuttle an einen mir unbekannten Ort. Möge die Sonnengöttin wissen, wie sie das organisiert hatte. Jedenfalls brachte uns das Shuttle zu einem Strand, bildschön und romantisch. Es war warm, und ein ausgiebiges und sorgsam gewähltes Picknick erwartete mich. Wir schwammen raus auf den See, und wieder verging die Zeit wie im Fluge. Und wieder lag dieses Prickeln und diese Feuer zwischen uns, wie in den letzten Tagen zuvor... Und als wir im Licht des Mondes am Strand lagen, Venia in meinen Armen, da geschah es... sie kroch langsam auf mich zu, mein Herz raste, mein Verstand war lange dahin... ich spürte ihren Atem, und ihre Worte klangen wie göttliche Stimmen in mir, als sie leise zu mir sprach: "Kimi o aishiteru, Amanosuke..." Und mit ihrem Kuß, den ich solange ersehnt hatte, versank endgültig alles um mich herum. Raum. Zeit, Orte... alles war bedeutungslos in diesem Augenblick... es zählte nur Venia... die Frau, die ich mehr als mein Leben liebte...
 
    
 
Dieser moment veränderte alles... mein Leben, unser Leben. Wir beide hatten uns unsere Liebe gestanden, und wir beide wußten, sie war wirklich, wahrhaftig und rein. Und ich wußte, das ich endlich das gefunden hatte, wonach ich immer gesucht hatte, die einzig und wahre, vollkommene Liebe... und das ich Venia nie wieder gehen lassen würde, eher sterben.
An unserem letzten Abend in Asahigawa gingen wir noch einmal richtig aus, Tanzen, Essen, sogar in eine Karaoke-Bar trauten wir uns rein. Karaoke ist in Japan ein weit verbreitetes Vergnügen, und uns beiden machte es auch sehr viel Spaß. Und wieder war es fast morgen, als wir noch einmal in den Ueno-Katzumoto Park spazierten, die Orte unserer ersten gemeinsamen Zeit. Und wieder sahen wir uns den Sonnenaufgang über dem Torri von Amaterasu an, diesmal als Paar, welches seinen gemeinsamen Weg voller Liebe noch vor sich hatte... ihr gemeinsames Ying Yang hatte erst begonnen...
 
    
 
 
 
 
 
 
Erst dachte ich es ist nur ein Flirt
den ich ganz schnell vergessen werde
doch er lud mich ein, in seine Welt zu sehen
was soll ich sagen, plötzlich war es um mich geschehen.

Immer wieder sagte ich mir, Mädchen lass dir Zeit
denn Kopf über in die Träume, wird so oft bereut.
irgendwie hat er meine Zweifel angesehen
und plötzlich da war es auch um mich geschehen.

Oh, was ist das nur für ein Mann
sein lächeln es zog mich in seinen Bann
ich hab mich so sehr in ihn verliebt
wie es im Leben vielleicht nur einmal gibt.
 
 Deine Venia
 
 
 
 
 
 
 
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